2025
Agenda
„Musik plus…“
Die neue Konzertsaison der Kompositionsinitiative Kassel (KIK) steht unter dem Leitgedanken: „Musik und…“. Von der Musik ausgehend, entwickeln sich alle Projekte, bei denen einen facettenreicher und kreativer Austausch mit den anderen Künsten angestrebt wird.
„Musik und Sprache“ ist der Titel des ersten Konzertes; es findet statt am 18. Juni im Palais Bellevue in Kassel. Musik trifft auf das gesprochene und gesungene Wort, doch gehen die Komponisten der KIK über das Melodram (als historisches Vorbild ) hinaus, indem die Musik zum Teil nicht nur der Illustration dient, sondern Sprache selbst zur Musik wird – ihre melodischen, also inneren musikalischen Qualitäten zum Ausdruck kommen. Es entsteht so eine Fülle unterschiedlichster Musikszenen, die die Sprache bisweilen über das rein Semantische hinaus wahrnehmbar machen.
„Sieben Räume“, das zweite Projekt, wird am 31. August stattfinden. Nun ist 'Raum', der mit dem Phänomen 'Zeit' eng korrespondiert, eine Voraussetzung zur Realisierung, zur Entfaltung von Kunst. Dass das Hören von Musik entscheidend durch den Raum, in dem der Klang sich bewegt, beeinflusst wird, ist bekannt, doch betrifft das nicht nur akustische Gegebenheiten; auch die Atmosphäre eines Raumes trägt wesentlich zur Wahrnehmung bei. Jeder der KIK-Komponisten hat für seinen Konzertbeitrag einen Innen- oder Außen-Raum ausgewählt und jeweils ein musikalisches Konzept für genau diesen Ort erarbeitet. Der gesamte Konzertverlauf findet in Form eines musikalischen Spaziergangs innerhalb des Stadtzentrums von Kassel statt.
„Musik und bildende Kunst“ stehen im dritten Konzert dieser Reihe im Mittelpunkt. Bekanntermaßen gibt es in der Musikgeschichte immer wieder musikalische Inszenierungen von Bildern und Skulpturen: bekannte Beispiele sind etwa Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ oder die „Böcklin-Suite“ von Reger.
Die sieben Komponisten haben unabhängig voneinander Werke der bildenden Kunst ausgewählt; sie entwickeln Musik, die auf unterschiedlichen Arten die Kunstwerke widerspiegeln, sei es strukturell, sei es aus der Perspektive der Wahrnehmung, sei es aus der Perspektive der Sinnästhetik. Die außerordentliche stilistische Spannweite von Michael Töpel, Jens Josef, Martin Forciniti, Musa Nkuna, Diego Jascalevich, Werner Kirschbaum und Ulli Götte wird sich in ihrer jeweiligen persönlichen Wahl der Kunstwerke und in ihrer je ganz eigenen Prägung der klingenden Korrespondenz mit den Kunstwerken widerspiegeln. Die Kunstwerke selbst sollen im Raum der konzertanten Darbietung ausgestellt resp. projiziert werden, so dass die interdisziplinäre Bezugnahme sinnlich erlebbar wird. Verbindendes Element ist eine für alle Kompositionen vorgegebene Instrumentalbesetzung.