Konzert I

Ulli Götte:

„befreit“ für Tenor, Violoncello und Klavier (2020)

Das Werk greift jene textlichen ‚Anmutungen‘ zu Albert Camus’ „Der Fremde“ auf, die Götte bereits in seiner Komposition „vingt-trois“ verwendet hat. Das blaue Licht, das die Aufführung prägt, soll die Kälte der ‚Fremdheit ‘des Protagonisten im Roman von Camus symbolisieren. Mit den gesprochenen Worten „trostlos“, „bedrückend“, „gleichgültig“, „befreit“ verlässt der Sänger gegen Ende des Stückes den Platz der Aufführung.

Werner Kirschbaum:

„HEY“ für Tenor und Klavier (2020, UA)

In Erinnerung an eine amüsante Probe mit einem Sänger entstand „HEY“. Das „HEY“ entwickelte sich in der Probe zum wiederholten ‚Schlagwort‘ von uns beiden – sehr lustig. Das Schlagwort wird in der Lichtregie durch ein Flashlight zur vollen Geltung gebracht.

Michael Töpel:

„Sechs Humoresken“ für Gesang und Klavier nach Texten von Wilhelm Busch (2020, UA)

Unserer durch pandemiebedingte Beschränkungen und Unwägbarkeiten geprägten Gegenwart begegnet dieser Liederzyklus durch seinen sublimen Humor, der alldem auch ein ‚Trotzdem‘ entgegenstellen möchte. Die geistreichen, mit überraschenden Clous gespickten Busch-Aphorismen vermitteln sich auch in gesungener Form, wobei die Musik mit weiteren Pointen aufwartet; hinzu kommen schauspielerische Gesten und ein intensivierendes Lichtkonzept.

Martin Forciniti:

„Ma towu“ für Tenor und Cello (2020, UA)

In dem jüdischen Gebet „Ma towu“, welches Musa Nkuna gewidmet ist, geht es um die ganz persönliche und tiefe Auseinandersetzung mit biblischen Texten, welche ganz bewusst in hebräischer Sprache erklingen. Die Kombination des aus verschiedenen Psalmen und weiteren biblischen Texte bestehenden Gebets beinhaltet die Verehrung und Ehrfurcht gegenüber Synagogen und anderer religiöser Kultstätten. Zu „Ma towu“ werden historische Bilder der alten Kasseler Synagoge gezeigt.

Jens Josef:

„4 Lieder“ nach Texten von Willi Broj für Gesang und Klavier (1997)

Der kurze Zyklus stellt das Erwachen der Liebe bis zu ihrer Erfüllung dar. Das Lichtkonzept eines Punktes, der immer intensiver wird, bis er am Ende wieder ein wenig abklingt, macht die innere Bewegung (bzw. Szene) des Protagonisten sichtbar.

Musa Nkuna:

„Veränderung“ für Tenor, Violoncello und Klavier op. 40 nach Texten von Lisa- Paule Nkuna (2020, UA)

Die Texte der 14-jährigen Tochter des Komponisten inspirierten Musa Nkuna zu diesem Liederzyklus; die Gedichte sind ihrem Buch „Khensani“ entnommen. Sie

handeln von den Gedanken und Ängsten eines heranwachsenden Teenagers, seiner Entwicklung und Entfaltung in unserer Zeit.
Das allmählich sich aus dem Dunkel entwickelnde blaue Licht steht als Metapher für die Entwicklung eines jungen Menschen.

Diego Jascalevich:

„Kyrie“ (2011) und „Ay esta chica“ (1997) für Tenor, Violoncello und Gitarre Das „Kyrie“ ist eine freie Bearbeitung des

gleichnamigen Satzes aus Jascalevichs „Misa Nueva“ für Solisten, Chor, Orgel (2009)
Das 1997 entstandene textlose Liebeslied „Ay esta chica“ steht in der Tradition der südamerikanischen Folklore. Die Lichtregie orientiert sich an dem Farbenspiel argentinischer Landschaften bei Sonnenuntergang.

Ausführende:
Musa Nkuna, Tenor; Vera Osina, Klavier; Wolfram Geiss, Violoncello; Diego Jascalevich, Gitarre


Musa Nkuna, international gefeierter Lied-, Opern-, Konzertsänger und Komponist, interpretiert sieben Liederzyklen/Lieder der KIK. Die Lieder sind für unterschiedliche Besetzungen geschrieben; neben dem klassischen Klavierlied gibt es Duos für Tenor und Violoncello, Tenor und Gitarre sowie für Tenor und Kammerensemble. Jeder Liederzyklus wird mit einer speziellen Lichtregie inszeniert. Diese Regiekonzepte reichen von Bewegungen und Intensivierungen des Lichtes über Projektionen von Bildern und Texten, die aus dem Licht kommen und verschwinden, bis hin zu statischen Lichtbildern.
Durch das Zusammenwirken von Text, Musik und Licht entstehen Räume und Hintergründe, die die szenischen Elemente der Lieder in großartiger Weise sicht- und erlebbar werden lassen.

In Kooperation mit dem