Konzert I

Wandelkonzert

Sieben Solowerke und ein Cicerone

Jens Josef:

 „Am Horizont“ für Violine solo (UA der gesamten Fassung 2019/2020)

Das zweitteilige Werk ist inspiriert von dem Anblick der hinter dem Horizont untergehenden Sonne. Dieses Naturschauspiel lädt immer wieder zum Träumen ein: Was mag sich hinter dem Horizont verbergen? Eine Antwort darauf kann es nicht geben, höchstens eine Ahnung.

Nina Osina, Violine

Diego Jascalevich:

„Miniaturen“ für Charango solo

Martin Forciniti:

„Rotkäppchen und der Wolf“ für Altflöte-Solo (2021)

Die Komposition setzt sich mit zwei zentralen Charakteren der Grimmschen Märchen auseinander. Die Musik will den krassen Gegensatz von Gut und Böse interpretieren. Dabei werden die in den verschiedenen Lagen spezifischen Klangräume der Altflöte genutzt.

Ullrich Pühn, Altflöte

Ulli Götte:

„Gradus I“ für Klavier mit Zuspielband (2010)

Dieses Stück, das im Juni 2010 in Erfurt im Rahmen der Ausstellung ‚Struktur.Wandel’ uraufgeführt wurde, ist in drei Prozesse gegliedert. Im ersten Drittel der Komposition wird die chromatische Skala Ton für Ton exponiert und zwar zeitlich strukturiert durch eine arithmetische Reihe. Im mittleren Abschnitt werden Patterns (Tonfiguren) durch Oktavtranspositionen graduell verändert, während der Live-Spieler diesen Prozess rhythmisch kontrapunktiert. In Abschnitt drei treten die Klangflächen aus dem Zentrum des Stückes arpeggierend in Erscheinung, bevor ein Repetitionsprozess das Stück beschließt.

Musa Nkuna:

„African Bird“ für Flöte solo (2019)

Die Soloflöte verkörpert den Gesang der afrikanischen Vögel, denen der Komponist als Kind lauschte. Nkuna ist in einer Region aufgewachsen, in der viele wilde Tiere heimisch sind. Ihre Klänge sind in die Komposition dieses Werkes eingeflossen.

Michael Töpel:

„Campanula“ für Trompete solo (2021, UA)

Aus der Architektur der Märchenwache mit ihrem Turm und mit ihrem Brüder- Grimm-Bezug hat sich die Idee zu diesem Solostück für Trompete ergeben. Es wird aus einer der Turmöffnungen geblasen. Der Titel bezieht sich ebenfalls auf die Gebrüder Grimm: „Campanula“ (von Campanula rapunculus = Rapunzel). Auch in dem gleichnamigen Märchen spielt der Turm eine besondere Rolle, daher die Wahl dieser exponierten Stelle für die UA.

Werner Kirschbaum:

„ARCHY“ (2020, UA)

Streicher-Jazz für ein beliebiges Streichinstrument, hier für Solovioline.

Ausführende:
Matthias Schubert, Tenorsaxophon; Jens Josef, Flöte; Dieter Fellmann, Violine; Ulli Götte, Klavier; Frank und Phillip Severin, Trompete; Diego Jascalevich, Charango, Ullrich Pühn, Altflöte; Nina Osina, Violine

 


Auf dem weitläufigen Gelände der Märchenwache Schauenburg ist am 10.07.21 das erste Konzert geplant.

Sieben Musiker interpretieren sieben Solowerke. Die Ausführenden sind auf dem Gelände verteilt, aber nicht in regelmäßigen Abständen, sondern für das Publikum nicht ‚vorhersehbar‘, z. T. sogar für das Publikum unsichtbar. Das Publikum wird von einem ‚Ciceronen‘ (Matthias Schubert, Saxophon) zu den jeweiligen Interpreten geführt; Schubert leitet sein Publikum ausschließlich musikalisch, über Motive des jeweils nächsten Stückes improvisierend. In dem auf diese Art und Weise entstehenden und erlebbaren musikalischen Raum wird das Publikum selbst als Teil einer Szenenfolge integriert.

Die nachhaltige Wirkung dieses Konzertes ist nur als Live-Erlebnis möglich, sie lässt sich weder durch Film- noch durch Tonaufnahmen darstellen!

In Kooperation mit dem